Theater Couturier
Gänsefüßchen
Mit am Arm eingehängtem Korb, Gummistiefeln an den Füßen und
Strohhut auf dem Kopf singt die Gärtnerin zur Einstimmung die erste
Strophe des Volkslieds „Drunt in der grünen Au, steht a Birnbaum so blau“.
In dem Lied wird geschildert, wie am Baum ein Zweig wächst, darauf
ein Nest entsteht, darin ein Ei liegt, daraus ein schöner Vogel wird.
Die Gärtnerin betritt ihren kleinen Garten und findet überraschend
ein großes Gänseei. Wenn eine Gärtnerin in ihrem Garten ein Gänseei
findet, verändert sich die Welt. Was tun mit dem Ei? Erst mal bewahren,
dass es nicht zerbricht. Doch plötzlich fängt das Ei an, wie toll über
Stock und Stein zu rollen. Wie kann das geschehen? Ein Küken ist im Ei!
Es muss wieder eingefangen und beruhigt werden. Aber das Umherrollen
war noch gar nichts! Plötzlich knackt die Schale, sie bricht und
aus dem Ei ragen zwei gelbe Gänsefüßchen heraus. Jetzt geht es erst
richtig los! Das Ei hüpft und tollt durch den Garten. Es ist nicht mehr
zu bremsen.
Dann ist es soweit: Die Eischale bricht entzwei und das gelbe Gänseküken
schlüpft ganz aus dem Ei. Klein, ängstlich und schutzbedürftig
kuschelt es sich in die schützenden Hände und Arme der fürsorglichen
Gärtnerin. Doch nicht lange, denn jetzt wird es neugierig und beginnt
die Welt zu entdecken. Die Erde, die Blumen, den Schmetterling, die
duftenden Kräuter, das Wasser, den Fisch und vor allem sich selber, wie
es schnattern, rennen und mit den Flügeln schlagen kann. Die Gärtnerin
hat plötzlich alle Hände voll zu tun: Versorgen, beschützen, Futter
finden, Nest bauen, im Wasser planschen lassen und aufmerksam hinter
ihm her sein, wenn das Küken auf Entdeckungsreise geht.