16.12.2011
Liechtensteiner Vaterland
Sterntaler
Bezaubernd gespieltes Figurentheater
Anke Bergers fantasievolle Figurentheater-
Aufführung des
Märchens «Die Stemtaler» am
Mittwoch im TaKino hätte nicht
eindrücklicher für die vier bis
sechsjährigen Zuschauer und
ihre Betreuer sein können. Der
Beifall war dementsprechend.
Schaan. - Die Schauspielerin versetzte
das Märchen der Gehrüder
Grimm in die Gegenwart, also in einen
gut vorstellbaren Rahmen mit
Himmel und Erde. Die Hauptaussage
des alten Märchens blieb aber unverändert,
nämlich die Tugend desTeilens
mit Notleidenden und das Belohntwerden
dafür. Um das Publikum möglichst
fest in das Spjel einzubeziehen,
war die Bühne nicht nur als Ort des
Geschehens, sondern auch als Zuschauerraum
eingerichtet worden,
was die Kleinen bewundernswert diszipliniert
und fasziniert zugleich
machte.
Ein berührendes Figurentheater
Das «Figurentheater Anke Berger,
Braunschweig» hat den bekannten
Namen Puppentheater zu Recht in Figurentheater
geändert, weil nicht
mehr ausschliesslich mit Puppen, sondern
mit kleinen Figuren aus unterschiedlichsten
Materialien gespielt
wird. Anke Berger führte das Märchen
alleine auf. Sie entfaltete dabei
eine unmittelbar ansprechende Vielseitigkeit
und Lebendigkeit, sodass
Geist und Seele der Zuschauer berührt
wurden. So brachte sie einen
Beutel mit Steinen mit und liess sie
anschauen und anfassen. Sogleich
waren die Kleinen in ihrem Element:
Spielen im Sandkasten, am Strand
oder Rhein.
Aber damit nicht genug! Sie weckte
die Fantasie ihrer Gäste, indem sie den
Himmel und den Mond zum Licht der
Erde und des kleinen armen Mädchens
werden liess.Als dann das Kind
das Wenige, was es besass, mit ihresgleichen
teilte, kamen Besinnung und
Mäuschenstille auf; und das Himmelslicht
fiel plötzlich in Form vieler glitzernder
Sterne auf das Mädchen nieder
und machte es reich.
Erzählerin par excellence
Anke Berger hatte unter der Regie
von Margrit Gysin, der Meisterin des
Figurentheaters und Ausbilderio des
Nachwuchses, gespielt. Die Aufführung
war grossartig. Berger hatte beispielsweise
in ihre Erzählung manches
vertraute Kinderlied eingefügt,
die Figuren mit grösstem Geschick hin
und her bewegt und selbst die mütterliche
Erzählerin par excellence geboten.
Für die Aufführungen am Samstag,
17., und Sonntag, 18. Dezember,
gibt es noch Karten. (hfh)
Karten unter Tel. +423 237 59 69; vorverkauf@
tak.li; www.tak.li