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Braunschweiger Zeitung 29.12.2009
Schneewittchen
weiß wie Papier
für alle ab vier
Die Apfelfrau bringt frischen Wind ins Theater, wo alle Kinder schon auf die Geschichte vom Schneewittchen warten. Zum Glück hat sie außer den Äpfeln noch ein kleines Kerlchen in der Kiepe, das auch auf die Geschichte scharf ist und so kommt das Märchen zum Vorschein.
Ein weißer Bogen Papier, ein paar Griffe und Kniffe und schon ist die kleine Prinzessin geboren. Anke Berger, die Puppenspielerin, ist eine Minimalistin,was das Material betrifft und schwelgt in Erfindungen, was die Realisierung eines Schauspiels angeht. Da wird aus der Apfelfrau die eitle Stiefmutter allein durch einen irrwitzigen Kopfputz aus Papier, der, schwuppdiwupp sich in ein Kopftuch für die hinterlistige Hausiererin verwandelt. Und die doppelstöckige Zwergenhöhle aus Packpapier ist einfach genial. Natürlich siebenfach möbliert. Überhaupt Papier. Auch die Zwerge verdanken ihm ihre Wurzelgestalt und Zipfelmützenerscheinung, fern aller Disneyprägung. Und jeder hat in der Gemeinschaft seinen Individualauftritt. Anke Berger meidet jedes niedliche Klischee, kommt ohne Königskrone und Prinzenuniform aus, und sorgt dafür, dass sich bedrohliche Situationen nicht angstvoll in Kinderträumen einnisten. Ihre Sprache ist klar ohne Kindertümelei und setzt bewußt auch Grimms Sprachzitate ein.
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